Deutscher Geschichtsverein des Posener Landes e.v.

Seminareinladung zum 22. Geschichtsseminar

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Posener Heimatfreunde

Einladung: Ich lade Sie im Namen des „Deutschen Geschichtsvereins (DGV) des Posener Landes e.V.“, der Landsmannschaft Weichsel-Warthe/Bundesverband, der Posener Heimatkreise und den „Posener Stimmen“  zum 22. Geschichtsseminar des DGV  vom 08.02. – 10.02.2019  herzlichst ein.

Das Seminar wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert (beantragt).

Teilnehmer: Zu diesem Seminar sind alle willkommen, die sich für diese Thematik interessieren. Sie müssen nicht aus der Provinz Posen stammen.

Anmeldung bitte bis: 10.01.2019– es stehen nur 50 Plätze  lt. Förderrichtlinien zur Verfügung. Bitte senden Sie den unten beigefügten Anmeldebogen unverzüglich an den DGV zurück, damit wir eine endgültige Teilnehmerstärke festlegen können.  Auch wenn Sie schon eine Voranmeldung abgegeben haben !

Zusage wird nach der schriftlichen  Anmeldung im Januar vergeben und auch das endgültige Programm. 
Es sind noch Plätze frei !

Termin und Zeitablauf: Eintreffen am 08.02.2019 ab 1400 Uhr Schlüsselausgabe. Um 1530 Uhr Kaffee. Um 1600 Uhr Seminarbeginn. Seminarende am 10.02.2019 um 1230 Uhr - anschließend gemeinsames Mittagessen. Programm  s. u.. - geplant

Teilnehmerbeitrag an das GSI: 85,-- € - darin sind Unterkunft im 2-Bettzimmer, Verpflegung, und ein Teil der für die Referenten enthalten.

Zusätzlich 25,--€ Organisationszuschlag u.a. für Ausschreibung, Kurtaxe und Mehrkosten für Kosten Referenten (Honorare/Fahrtkosten), die der DGV zusätzlich erbringen muss.

Dieser Beitrag gilt auch, wenn Sie nicht im Stresemanninstitut untergebracht sind. Er ist am Tagungsort zu entrichten. Fallen Sie nach der Anmeldung aus und kann kein Teilnehmerersatz gestellt werden, so fällt eine Bearbeitungsgebühr von 30,-- € an.

Bei  Ausfall ein Tag vor dem Seminar, wird der  volle Tagungsbeitrag (85 €) an das GSI fällig..
Organisation: DGV des Posener Landes e.V.

Tagungsort: Gustav Stresemann- Institut – Europäische Akademie Bad Bevensen 
OT Medingen  Klosterweg 4, 29549 Bad Bevensen . Tel. 05821-955-0 Fax 05821-955299

Unterkunft: Im Stresemann-Institut .Teilnehmer aus Bad Bevensen und Umgebung werden evtl. gebeten, nach Hause zu fahren, wenn nicht  50 Übernachtungsplätzezur Verfügung stehen.
Einzelzimmer auf Anfrage möglich – Zuschlag 15,-- €  je Nacht.

Verpflegung: alle Mahlzeiten im Stresemann-Institut für alle Teilnehmer. Auch Frühstück !

Mit freundlichen Grüßen         Horst Eckert  Vorsitzender     

Vorgesehene, angefragte  und geplante Themen  für das Seminar  sind u.a.

1. Großpolen zur Zeit der sächsisch-polnischen Union 1697 – 1763 – Dr. Holste

2. Die Revolution von1848 in der Provinz Posen – Dr. Karsten Holste

3. Künstler in der Provinz Posen/Warthegau während des 2. Weltkrieges –  
    Frau Dr. Anna Dziwetzki, Freiberg (Sachsen)

4. Der Freistaat Schwenten  Krs. Bomst, nach dem 1. Weltkrieg aus polnischer Sicht:
    Dr. Karol Górski, Poznan/Posen

5. Das deutsch-polnische Verhältnis zwischen Deutschen und Polen an der Basis während
    des 2. Weltkrieges in der Provinz Posen – Dr Karol Górski Poznan/Posen

6. Die Gründung eines polnischen Staates im Jahre 1916 durch die Mittelmächte. 
    Dr. Martin Sprungala/Historiker Dortmund

7. Angefragt: Der Deutsche Grenzschutz 1918 – 1919

8. Angefragt: Die Provinz Posen  - ein Teil des Staates Preußen

Anmeldung zum Posener Seminar vom 08.02.-10.02.2019 bitte absenden, auch wenn Sie eine Voranmeldung abgegeben haben.     

Name..........................................................Vorname.....................................................

geborene.................................................geb. am.........................................................

Straße....................................................PLZ................Ort.............................................

Tel. Nr...................................Mail-Anschrift.......................................................

Heimatanschrift in der Provinz Posen bzw. der Vorfahren bitte angeben:

.......................................................................................

Beruf/ehemaligerBeruf....................................................................................................

Ich benötige eine Unterkunft : ja  nein O

Ich möchte ein Einzelzimmer (+ 15,-- € je Übernachtung)   ja O nein O (solange vorhanden).

Sind Sie Mitglied in der Landsmannschaft, einem Heimatkreis oder der
„Gem. ev.Posener“

ja O nein O  ---- Bezieher der Posener Stimmen  ja  nein

Ort/Datum..........................................................          (Unterschrift)

Am 08.02.2019 möchte ich von 12.00 – 13.30 Uhr an der Mittagskost mit ……….Personen für je 12,-- € teilnehmen.

Anmeldung bei: Geschäftsstelle Horst Eckert Am Pathsberg 23  29549   Bad Bevensen Tel. 05821-7666- e-mail : Eckert.HKW@t-online.de Internet: www.dgv-posen.de.

 

Das 21. Geschichtsseminar des DGV 2018 im Gustaf-Stresemann- Institut (GSI) in Bad Bevensen/ Medingen

In diesem Jahr fand das Geschichtsseminar des Deutschen Geschichtsverein (DGV) des Posener Landes e.V. vom 9.2. bis 11.2.2018 im Gustav Stresemann-Institut (GSI) in Bad Bevensen, Ortsteil Medingen, statt. Es stand erneut unter dem Titel „Nachbarland Polen. Historische Entwicklung und Rückschlüsse für die Gegenwart“ und wurde von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Auch in diesem Jahr reisten die Teilnehmer z. T. von weit her an – diejenigen mit dem weitesten Anreiseweg kamen aus Mannheim und vom Bodensee.

Nach dem gemeinsamen Kaffee begrüßte der Tagungsleiter Horst Eckert die Seminarteilnehmer und führten in die diesjährige Themenauswahl ein.

Die Moderation teilte sich Horst Eckert am nächsten Tag mit seinem Sohn, Dr. Eike Eckert, und am letzten Tag moderierte Gerd Klatt. Für die Organisation vor Ort war auch in diesem Jahr die Schatzmeisterin des DGV, Gudrun Backeberg, zuständig.

Den Auftakt der Vortragsreihe übernahm der Hamburger Numismatiker und Sachverständige, der Oberstudienrat a. D. Dr. Manfred Mehl mit seinem Referat „Das Papiernotgeld von Ostpreußen, Westpreußen und der Provinz Posen von 1914 bis 1923“. Dr. Mehls Familie stammte aus Ostpreußen, er selber wurde aber aufgrund der zahlreichen Versetzungen seines beamteten Vaters in Schneidemühl (Pi?a) im ehemaligen Posener Kreis Kolmar geboren. Er führte in die interessante Thematik mit der Erklärung ein, warum die Gemeinden und manchmal sogar Organisationen Notgeld herausgaben. In der Kaiserzeit gab es noch die Goldbindung der Währung. Die Reichsbank tauschte auf Wunsch jeden Geldschein gegen Goldmark. Im Weltkrieg wurde Edelmetall kriegswichtig und viele horteten ihre Metallmünzen, so daß es rasch einen großen Mangel an Kleingeld gab. Aus diesem Grunde wurde das oftmals zeitlich stark begrenzte Notgeld als Tauschware gegen größere Scheine ausgegeben. Diese konnte man dann später, wenn man eine größere Summe hatte, gegen echtes Papiergeld eintauschen.

Die erste belegte Ausgabe von Notgeld datiert bereits auf den 1.8.1914 im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland (Pas??k). Insgesamt sind 540 verschiedene Ausgabestellen bekannt, die Notgeld herausgaben, darunter 93 in der Provinz Posen. Der Referent präsentierte eine Reihe von Notgeldscheinen, die z. T. nur gestempelte und unterschriebene Kartonagen waren.

Den zweiten Vortrag hielt der Bildungsreferent der DJO in Hessen, Harald Schäfer aus Gersfeld in der Rhön. Auf den bekannten Jahrbuchautoren waren die Veranstalter durch sein neues Buch „Der Berliner ist meist aus Posen…“ – ein Zitat von Kurt Tucholsky (1890-1935) – aufmerksam geworden. Daraus und aus seiner Tätigkeit bei der DJO entstand sein Vortrag „Spaziergang auf Posener Spuren im heutigen Berlin“. Herr Schäfer begann seinen gedanklichen Spaziergang mit der Ankunft am heutigen Hauptbahnhof Berlin. Nach Norden gelegen ist das Zellengefängnis Moabit, in dem die Aufständischen von 1846-48 interniert waren und ihr Prozeß europaweites Interesse erweckte. Nach Süden liegt der Reichstag, der ebenfalls intensive Posener Spuren trägt. Herr Schäfer verwies dabei auf den nicht abgesprochenen aktuellen Beitrag von Dr. Sprungala zu diesem Thema in den „Posener Stimmen“ 2/2018.

Aus dem Zentrum ging es gedanklich weiter nach Berlin-Weißensee mit seinem jüdischen Friedhof, auf dem viele bekannte Posener Juden liegen und die Trauerhalle hat der aus dem Kreis Fraustadt (Wschowa) stammende Architekt Hugo Licht (1841-1923) geschaffen.

Am folgenden Tag referierte H. Schäfer über „Onkel Toms Hütte – Posener Architekten und Bauherren in Berlin“. Die bekannte Waldsiedlung Zehlendorf der Jahre 1926-31, die auch nach einem alten Ausflugslokal dieses Namens als Onkel-Tom-Siedlung oder Papageiensiedlung bezeichnet wird, wurde von dem Unternehmer Adolf Sommerfeld (1886-1964) aus Kolmar i. P. (Chodzie?) errichtet. Er setzte sich sehr für den sozialen Wohnungsbau ein und wurde Ehrenbürger von Berlin. Weiterhin erwähnte der Referent Max Spitta (1842-1902) aus Lissa (Leszno), den Erbauer der Berliner Siegesallee und den U-Bahnbaumeister Paul Wittig (1853-1943) aus Fraustadt.

Den zweiten Vortrag am Morgen des 10. Februar „Bismarck – der größte Feind Polens (! / ?)“ hielt Dr. Stephan Theilig, wissenschaftlicher Leiter des Brandenburg-Preußen-Museums in Wustrau. Er referierte über Bismarcks bis heute negative Rolle in der polnischen Historiographie und die wahren Beweggründe des ambivalenten und vielschichtigen Realpolitikers Bismarck. Das Resümee lautete, er war kein „Polenhasser“ oder „Polenfresser“, wie man ihm oft vorwirft, aber ein hundertprozentiger Pragmatiker, der klar erkannte, daß die Existenz Preußens und Polens auf einem Territorium nicht denkbar war.

Nach der Mitgliederversammlung ging die Reihe der Vorträge mit dem Beitrag des Berliner Dipl.-Ing. Andrzej Prus Niewiadomski „Umsiedlung der deutsch-baltischen Landwirte und Vertreibung von polnischen Landbesitzern im Reichsgau Wartheland“ weiter. Er ist z. Zt. dabei die Güter zur Zeit der Umsiedlung und vor der Landreform der 1920er Jahre zu erfassen. Mit der Zwangsaussiedlung der Polen kam es nicht nur zur Enteignung und Neubesiedlung, sondern auch zur rigorosen Germanisierung. Die umgesiedelten Balten kamen zu 85 % in den Reichsgau Wartheland und nur zu 15 % in den Reichsgau Danzig-Westpreußen. Aus Estland stammten etwa 20.700 Personen, aus Lettland 65.200. Bis 1945 kamen 18 % (= 15.200) kriegs- und fluchtbedingt ums Leben.

Den letzten Vortrag des zweiten Seminartages „Ostbrandenburg im Jahre 1945 als Ziel polnischer Siedler aus der Wojewodschaft Posen/Großpolen“ hielt ein alter Bekannter des DGV, der Historiker Dr. Gerhard Doliesen aus Lüneburg. Er war der Ansprechpartner der DGV-Seminare in der Ostakademie bis 2005.

Der Beginn der Übernahme der Länder durch Polen in Ost-Brandenburg begann mit dem Erreichen der Oder durch die Rote Armee am 27.2.1945. Besonders die Wojewodschaft Großpolen war an der Besiedlung beteiligt, begleitet durch die Propaganda um die Rückgewinnung uralter polnischer Gebiete. Ost-Brandenburg wurde in der Folge Großpolen angegliedert und Landsberg a. d. W. seine Unterbehörde. Aufgrund dieser damaligen Zugehörigkeit heißt die Stadt heute Gorzów mit dem Zusatz Wielkopolska. 15,8 % der Posener Bevölkerung ging als Neusiedler in die westlichen Nachbargebiete.

Am Sonntag folgten die Vorträge mit religiösen Themen. Dr. Stephan Theilig stellte „Die Reformation in Preußen und Polen“ vor. Er gab einen Abriß der Geschichte des Deutschen Ordens und stellte die Person des letzten Ordenshochmeisters, Albrecht von Hohenzollern-Ansbach, vor. Er trat zur Reformation über und wandelte Preußen in ein weltliches Herzogtum um, das er aufbaute und zum ersten evangelischen Staat in Europa wurde.

Den zweiten Teil, „Die Gegenreformation in Polen“, stellte der Dortmunder Historiker Dr. Martin Sprungala vor. Schon sehr früh verbreiteten sich die Lehren Luthers in Polen, denn er hatte in den Hussiten einen Vorläufer, die ein Jahrhundert zuvor in Polen sehr aktiv waren.

Vor allem im königlichen Preußen, dem späteren Westpreußen, und im lehnspflichtigen Herzogtum Preußen verbreitete sich die Reformation, aber auch in den deutschrechtlichen Städten. Der Referent stellte die Vielschichtigkeit und Gleichzeitigkeit von Reformation und Gegenreformation dar.

Anfang von Reformation und Gegenreformation fallen in Polen fast zusammen. Der Danziger Aufruhr von 1525 führte dort zur Einführung der Reformation, doch bereits im folgenden Jahr 1526 schlug König Zygmunt I. diesen Aufstand nieder und verbot die Häresie.

Erst nach seinem Tod 1548 erlangte die Reformation ihren offiziellen Durchbruch und ihren Höhepunkt im Toleranzedikt des Sejms, der sog. Konföderation von Warschau (1573). Doch direkt nach diesem Erfolg begann die Wende, die Gegenreformation durch die Wahlkönige, die katholisch blieben und den Jesuiten sehr nahe standen.

Erst 1768 endete die Gegenreformation unter massivem russischem und preußischem Druck durch die offizielle Gleichberechtigung der Protestanten.Dr. M.Sp